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Exorzismus


„Ich bin verdammt! Verdammt in alle Ewigkeit! Verdaaammt!!!!“ brüllt der Teufel aus der unterfränkischen Pädagogik-Studentin Anneliese Michel. Das markerschütternde Schreien stand am Anfang der für den Adolf-Grimme-Preis 2007 nominierten 45-Minuten-Doku Satan lebt – Die Rückkehr des Exorzismus über die letzte Teufelsaustreibung in Deutschland. Jetzt wird der Klingenberger Exorzismus zum Dokumentarfilmstoff:         CASTING LUZIFER - TEUFELS WERK UND GOTTES BEITRAG dokumentiert die Wiederbelebung amtlicher Teufelsaustreibung in der katholischen Kirche und zeigt am Beispiel des berühmtesten „Großen Exorzismus“ der letzten hundert Jahre sowie an einem mit Klingenberg eng verbundenen neuen Exorzismus-Fall in Bayern auf, was die Lehre von der wirklichen Existenz des Teufels für einen gläubigen Menschen bedeutet, der sich von Dämonen besessen fühlt.

Der Drehbeginn des mit EU-Förderung entwickelten 90-Minuten- Films in WDR/BR-Koproduktion verzögerte sich um ein Jahr, nachdem der Bayerische FilmFernsehFonds das Projekt ganz anders bewertete als die MEDIA-Filmförderung der Europäischen Union und die kritische Dokumentation der von Papst Benedikt XVI. beförderten Exorzismus-Renaissance in Rom nicht als förderungswürdig einstufte. Sehen und hören wird man davon am Ende trotzdem: Mit jungen Priestern, die das Exorzisten-Handwerk heute in einem dazu eigens geschaffenen Kursus an der Päpstlichen Priesterakademie Regina Apostolorum erlernen, mit dem Glaubenszeugnis einer jungen Frau (und aktuellen Filmbildern ihrer Teufelsaustreibungen!), an der ein Bischof persönlich den Großen Exorzismus exerzierte, mit Benedikt XVI., wie er als erster Papst der Kirchengeschichte die Exorzisten öffentlich aufruft, in ihrem wichtigen Dienst für die Kirche nicht nachzulassen, und mit den Dämonen der Anneliese Michel im Originalton von 1976. Diese für CASTING LUZIFER - TEUFELS WERK UND GOTTES BEITRAG erstmals vollständig erschlossene Tondokumentation des Klingenberger Exorzismus enthält aktuell hochbrisantes Material: Die katholische Kirche, ließen Anneliese Michels Dämonen den Bayerischen Bischöfen ausrichten, müsse die ökumenische Gleichmacherei mit den Protestanten wieder beenden und klarstellen, daß es nur eine wahre Kirche gebe, nämlich die römisch-katholische; und sie müsse auch die alte lateinische Messe wieder einführen.

Diese Aufträg hat Papst Benedikt XVI., der damals Bayerischer Bischof war, inzwischen erledigt.

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Jugendfilmprojekt Gräfenberg


Zwei Jahre lang keine neue Doku auf der Filmliste: burn out? Auftragssperre?  Weder noch; die Ursache war
am 4. Oktober im Internationalen Forum des Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte zu besichtigen: Der Dokumentarfilm HELDENGESÜLZE und zwei weitere Kurzfilme meines im Spätherbst 2007 aufgelegten Jugendfilmprojekts gegen Rechtsradikalismus; Uraufführung und erster Teilertrag aus bald zweijähriger Arbeit auf einem Feld, auf dem sich eigentlich nur ausgebildete Medienpädagogen tummeln sollten. Ich bin keiner; aber dass es etwas länger gedauert hat als in der Filmarbeit mit Jugendlichen gemeinhin üblich lag nicht nur an mangelnder Erfahrung in dieser Disziplin und am Konzept des als Langzeitbeobachtung angelegten Dokfilm-Projekts, sondern auch an unerwartetem Gegenwind, der dem Projekt im Jugendfilmwunderland Oberfranken von ziemlich vielen Seiten entgegenschlug. Mit Ausnahme der beteiligten Jugendlichen und der Neonazis, deren berüchtigte Gräfenberger Aufmärsche das Rahmenthema gaben.

 

Am Ende aber begeisterter Premieren-Applaus für sieben junge Filmemacher, die drei ihrer intensiv gecoachten Gräfenberg-Filme am Erntedank-Sonntag im großen Saal des Nürnberger Kulturzentrums K4 live präsentierten. Er galt auch den unterwegs ausgestiegenen Teilnehmern der anfangs weitaus vielköpfigeren Projektgruppen, die in wechselnder Besetzung fast anderthalb Jahre lang ihre Stadt und die Neonaziaufmärsche, die  Gegenaktionen der engagierten Minderheit, massive Polizeipräsenz und immer wieder jenes Kriegerdenkmal gefilmt hatten, das die Rechtsradikalen so magisch anzieht: Ein Heldentempel hoch über der Stadt mit ehernen Sprüchen von Ehre und Vaterland und monströsem Eisernen Kreuz auf Kupferkuppel; einmal im Jahr Pilgerziel der ortsansässigen Fahnen- und Waffenträger zum Soldatengedenken mit Böllerschüssen – dem Zeremoniell, das dort auch die Neonazis gerne als ehrlichen Hitlerwehrmacht-Heldenspuk veranstalten möchten, aber nicht dürfen.

 

Auch nach der zweiten Vorstellung eine nicht enden wollende Filmdiskussion im ausverkauften großen Saal des Festivalhauses; Anfragen nach Schul-Einsätzen, überregionalem Verleih oder einer englischen Filmfassung für internationale Festival-Einladungen, und eine Einladung nach Wien zum nächsten internationalen Human Rights-Filmfestival noch im Dezember: Mehr, als Dokfilme im Premierenkino oft erwarten dürfen. Nur öffentlich gezeigt werden dürfen sie nicht. Gräfenberger  Jugendfilme gegen Neonazis wegen inhaltlicher Bedenken behördlich „nicht freigegeben“. Das ist nicht Satire, das ist real; es ist auch alles andere als lustig. En passant führt die Behörde, die den zur Anschub-Finanzierung bemühten Berliner Jugend-Fördertopf „Vielfalt tut gut“ regional verwaltet und damit das „nicht freigegeben“ verantwortet, ein in deutschen Bundes- und Landesfilmförderungen noch weithin unbekanntes Zensur-Instrument ein.

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Mostar-Projekt

(Vorerst) letzte Einsätze für  DIE AMATEURE UND DER GENERAL: Der preisgekrönte Dokumentarfilm über Zerstörung und Wiederaufbau der Alten Brücke von Mostar war beim dritten Tenerife International Film Festival  als bester Dokumentarfilm nominiert, jüngste Auszeichnung der erste Preis „Best Documentary“ beim Cambofest Film Festival in Phnom Penh. Nach einem Dutzend Nominierungen war der „Golden Waterbuffalo“ des ersten Independent-Filmfestivals an Mekong der vierte Dokfilm-Hauptpreis  für „Die Amateure...“ und die siebte internationale Auszeichnung (s. auch Filme/Preise).

Zu weiteren Festivals wird DIE AMATEURE UND DER GENERAL nicht mehr gemeldet; zu sehen sein soll der Film danach nur noch in überarbeiteter Fassung mit neuem Material. Denn wissenschaftliche Analysen der Filmaufnahmen vom Fall der Brücke im November 1993 weisen nach, daß die Brücke von Mostar nicht unter kroatischem Panzerbeschuß zerbarst, sondern durch eine Sprengladung - gezündet vom muslimischen Ostufer der Neretva. Haben also die bosnischen Muslime selbst ihr osmanisches Weltkulturerbe in die Luft gejagt, um den Blick der Welt auf ihre von den kroatischen Nachbarn belagerte Stadt zu lenken, muß die Geschichte des ersten christlich-muslimischen Krieges im modernen Europa umgerschrieben werden?

Vor Dokfilm-Redaktionen interessierte sich jetzt das Jugoslawien-Tribunal des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (ICTY) für das brisante Material; ein Rechercheur des Kriegsverbrecher-Tribunals sichtete Anfang April im Schnittstudio der hcf vier Stunden lang alles verfügbare Filmmaterial von Beschuss und Zerstörung der Stari Most und die noch unveröffentlichten Analysen der deutschen Wissenschaftler. Sein Fazit: Die Analysen sind zweifellos zutreffend, die Filmbilder untrüglicher Beweis - das Weltkulturerbe Stari Most wurde nicht von einem (kroatischen) Panzer abgeschossen, sondern gesprengt.

BOSNIAN DYNAMITE ist der Arbeitstitel einer überarbeiteten Neufassung des vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms - als director's cut mit neuen Akzenten.

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Wieder  im  Fernsehen:  Die Reußische Fürstenstraße aus der ARD-Reihe Bilderbuch Deutschland  tourt weiter durch die dritten Programme der ARD, zuletzt  gesehen im Hessischen Fernsehen und demnächst wieder im Nachtprogramm des MDR; läuft als erstes meiner Bilderbücher unter meinem für Ausnahmefälle reservierten Pseudonym Michael Matthias Meinhardt. Immer noch am (Reprisen)Start sind ältere Ausgaben; in diesem Quartal liefen bisher Das Leipziger Neuseenland erneut im NDR und in Hessen, Das Thüringer Holzland  im NDR und Zwischen Meißen und Wittenberg zuletzt im RBB.
Prod.Co.: bauer & bauer medienbüro 
Date: 2006